Theater – nichts als Theater.

Als Theaterpädagogin und Lehrerin der Gesamtschule habe ich diverse Projekte geleitet und bis zur Aufführung gebracht. Davon möchte ich euch nachfolgend die letzten Ergebnisse  vorstellen, damit ihr euch ein Bild von meiner Arbeit machen könnt. Weiter in der Vergangenheit zurückliegende Projekte habe ich nicht mit Fotomaterial begleitet. Natürlich könnt ihr mich als Theaterpädagogin für Wochenendworkshops oder Projekte, die in den Ferien liegen, buchen. Jede der nachfolgenden Inszenierungen hatte andere Schwerpunkte, die ich in den Fokus der Beschreibung setze. Meine Fähigkeiten und Spezialitäten – die sich aus dieser Arbeit ergaben – liste  ich vor der Dokumentation auf:

  • Bühnenkampf (Degen, Stock, Bühnen-Schlägerei)
  • Schreib-Workshops mit theaterpädagogischen Übungen:
    • Schreiben für Kinder und Jugendliche
    • Entwickeln von Theaterstücken und Drehbüchern
    • Arbeiten an bestimmten Schriftstellerthemen: Dialoge entwickeln, Figuren konzipieren, Plots strukturieren
  • Theater der Unterdrückten, Theater nach Boal. (Forumtheater als Schwerpunkt)
  • Improvisationstheater
  • Choreografisches Theater
  • Stimmtraining-Workshops
  • Bühnenbau
  • Kostüme
  • Filmregie

Juli 2018: Schattenspiel: „Prinzessin auf der Erbse“ im Rahmen des Theaterfestivals „Wechselspiel“

Juni 2018: Ausbruch – fernab vom Alltag. – Literturkurs 2018

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Folterstufe 1

„Experimentieren mit den Möglichkeiten des Chorischen Elements als Theatermittel“ so ließe sich das Projekt des diesjährigen Literatur-kurses zusammenfassen. Als Rahmen-handlung diente uns die „Bürgschaft“ von Schiller

Drei Schwerpunkte zeichneten sich bei dieser Umsetzung ab:

  1. Das Chorische Theaterelement als Experimentierfläche
  2. Bilder statt Szenen – ohne Glättung der daraus entstehenden Brüche.
  3. Zitate quer durch Literatur, Film und Musik  zu einem neuen Ganzen zu verbinden.

Bevor ich auf diese Elemente eingehen werde, stelle ich kurz den Inhalt und die Spielergruppe vor: Mit 25 jungen Menschen, die heterogener nicht hätten sein können, entwickelte ich entlang an Schillers „Bürgschaft“ ein strukturell einfaches Stück, dass jedoch durch die Bühnenkampfelemente und die Zitation komplex und aktiv wurde. So entstanden Szenen mit Textstellen aus Goethes „Faust“, Schillers „Bürgschaft“, Nietsches „Also sprach Zarathustra“, einem Auszug aus „König der Löwen“ sowie Kafkas „Bericht an die Akademie“, um nur einige der zentralen Texstellen zu nennen. Zu Beginn des Stücks schläft unser Träumer über Büchern ein, erklärt, dass er von einer Welt träume, in der es keine Prüfungen und Examina gäbe und, dass er frei sein wolle von der Schuld, etwas erreichen zu müssen.

theater-ausbruch-2018-043.jpgDas Stück selbst ist der Traum des Schülers, der einen inneren Kampf zwischen Anpassung und Individualität, zwischen Pflicht und Neigungen aufzeigt. Am Ende scheint es zu einer Aussöhnung zwischen beiden zu kommen. Der Träumer erwacht und singt zusammen mit seinen Persönlichkeitselementen „One day, baby, we’ll be old“.

Die Chorischen Elemente

Versetztes Sprechen, gleichzeitiges Sprechen, synchonisierte Handlung, Choreografie Bewegungselementen, Perkusion und Marschieren. Das Training dafür ist deutlich aufwendiger als für das Einstudieren des Textes Zeit benötigt wird. Es dauerte einige Zeit, bis die Gruppe vertrauen in die Arbeit des Souffleurs legte, so dass nicht das Textbuch ständiger Begleiter des Szenen war. Ab diesem Moment begann das Arbeiten an der Synchronizität mit „Anatmen“.

Volle Bühne, gleichzeitige Aktion, Steigerung der Präzision – das führt zu konzentriert guten Bildern. Die meiste Zeit – das wusste ich bereits – würden die Kampfszenen brauchen. Da wir bis zum Schluss kein attraktives Kämpfen hinbekommen haben, habe ich diese Szene schließlich ganz gestrichen. Beibehalten haben wir den Aufmarsch, die Andeutung des Kampfes und eine Jagdszene.

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All diese chorischen Phasen zu koordinieren und in Bewegung zu sehen, war sehr spannend. Für die Jugendlichen hat sich der Sinn erst am Schluss ergeben, weil sie lange Zeit dachten, dass die gleichen Bewegungsabläufe für die Zuschauer langweilig sein könnte. Das Gegenteil ist der Fall, da man als Zuschauer Orientierungszeit benötigt, die die Spieler nicht mehr brauchen. Heute hilft das Medium „Video“, um den Spielern einen Blick auf ihre Arbeit, ihre Hörbarkeit und ihre Deutlichkeit zeigen.

Die Bildebene

Besonders gelungen ist jene Szene, die wir mit zwei Beamern unterstützt haben. Da berichten einige „Affen“ vor der Akademie den hohen Herren, wie sie dazu kamen, ihre Freiheit aufzugeben, um als Mensch zu überleben. Die Schüler und eine weiße Leinwand dienen dabei als Projektionsfläche. Insgesamt wurde ein Stroboeffekt über die an sich schon abgehakten Bewegungen der Schüle zwischen den einzelnen Redebeiträgen gelegt. Der Eindruck war bemerkenswert.

Jedes einzelne Bild hatte eine große Erzähldichte und wurde durch die Symbolkraft verstärkt. Symbole entliehen wir uns aus „Alice im Wunderland“ oder aus alten griechischen Mythen wie der Ariadnefaden.

Zitate – Zitate – Zitate

Relativ früh war klar, dass wir nicht nur als Textquelle die „Bürgschaft“ nutzen wollten. Die vorherige Unklarheit, was wir denn nun als Text nehmen wollten, sorgte für diesen bunten Mix. Das Stück beginnt mit der Figur des Moritz aus „Frühlingserwachen“, der sich später das Leben genommen hat, da er mit dem Schuldruck nicht mehr klar kam. Die beiden Gruppen stellen sich im Traum nach ihren Schwerpunkten vor: die Lax machen aus einer Laune heraus gemeinsam Musik (Perkusion mit Stock), während die Strikts im Gleichttakt aufmarschieren. Bild drei ist ein Mix aus dem Song „Schüsse in die Luft“ von Kraftclub und Zitaten aus Bully Herbigs Film „Schuh des Manitu“. Dann folgt die erste Szene aus Büchners „Woyzeck“. Als nächstes folgt Goethes „Faust“ gemischt mit Textstellen aus Schillers „Bürgschaft“. Das nächste Bild ist ebenfalls eine Mischung aus Songtexten und allgemeinen Phrasen, die man von Erwachsenen als junger Mensch zu hören bekommt. Quer durch den Raum bewegt sich dann Alice im Wunderland und erfährt, woher Schiller vermutlich seine Idee für die Bürgschaft hatte aus. Es folgt eine gekürzte Version des „Bericht(s) an die Akademie“ von Kafka.

theater-ausbruch-2018-0971.jpgGoethes „Faust“ ist nochmals Pate für die Geschichte, anschließend eine Szene aus „König der Löwen“. Anschließend verfolgen wir die Bürgschaft weiter, die beiden Gruppen treffen aufeinander und bekämpfen sich, nachdem sie sich gegenseitig kluge Redewendungen zur Zeit an den Kopf geworfen haben.

Die Zeit wird langsam knapp, das weiß dann auch der „tolle Mensch“ (von Nietzsche), der auf dem Marktplatz erklärt, dass wir Gott getötet hätten. Schließlich eilt unser Held und will seinen Freund retten, doch ihn halten die Sirenen und die Lorelei noch auf. Die böse Herzkönigin marschiert auf und will den Bürgen hinrichten. In letzten Moment wird er gerettet, Mephisto philosophiert noch ein wenig aus Nietzsches Munde und unser Träumer erwacht.

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Juni 2017: #bucketlist. Und was steht auf deiner letzten Liste?

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Ein 75-minütiges Theaterstück entwickelt vom Literaturkurs der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Dortmund, in dem die 11 Jugendlichen der Frage nachgingen, was von der menschlichen Moral bleibt angesichts einer globalen Katastrophe. Das Stück wurde zwei Mal erfolgreich aufgeführt.

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Für die Story gab es keine Vorlage, als Impuls diente die Frage: Was wäre, wenn in wenigen Tagen die Welt unterginge? Zunächst setzen sich die jungen Leute mit der Frage so auseinander, dass sie für sich selbst eine Antwort suchten, die Frage nach dem Leben, nach dem Sinn und nach dem Tod untersuchten. Daraus entwickelten die Jugendlichen sehr starke Figuren, die wir dann in eine Situation setzten, in der sie agieren mussten. Diese Charaktere führten zu einer Geschichte mit verschiedenen Wendepunkten.

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Im Rahmen dieses Stücks erarbeiteten einige das Storyboard, das Bühnenbild und andere kümmerten sich um den Flyer. Bei diesem Stück ist mit einem abstrakten Bühnenbild gearbeitet worden. Das Material  waren Baufolien, Bananenkisten und zugesägte Bretter für die Stabilität. Durch die Kisten war das Bild ständig veränderbar und variabel im Ausdruck. Ich arbeitete ein Modell und verschiedene Beleuchtungen im Rahmen einer KAST-Fortbildung bei Siegfried Albrecht. Die Schraffur der Tarnung veränderte mittels Licht und Brechung auf dem schwarzen Hintergrund allmählich die scharfen Konturen und löste somit langsam das einheitliche Bild auf.

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Meine Aufgabe sah ich neben der Regie darin, die Ideen zu ordnen, den Rahmen zu setzen, gemeinsame Termine zu finden und die Geschichte zu klären, damit es keine Längen gibt. Außerdem setze ich auf von Spielern gefüllte Bühnen, passende Dialoge und auf Choreografien, die zur Handlung passen. Mit Musik probierten wir dazu vieles vorher aus, was dann im Stück nicht zu sehen war.

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Aus dem Publikum gab es die Rückmeldung, dass es erschütternd und gleichzeitig humorvoll gewirkt habe. Das Bühnenbild habe die Struktur des Alltags zersetzt.

An Elternsprechtag wurde übrigens das PZ und damit die Bühne gebraucht. Damit wir unsere dringenden Proben hatten, spielten wir draußen auf einer Art Naturbühen mit Abgang zwischen den Bäumen. Das Wetter war fantastisch, die gelegentlichen Zuschauer sehr hilfreich und die Atmosphäre ein Traum. Das wird in meinen Erinnerungen immer einer der besten Probentagen bleiben.

Mai 2017: Werkschau: Die Blutintrige

Im Rahmen der gegenseitigen DG-Werkschau zeigten die Zehner den ersten Akt zu „Die Blutintrige“. Die Vampire lebten im Untergrund und ihre Existenz war den Menschen nicht bekannt. Die neue Schulleiterin hat zusammen mit ihrer Freundin allerdings den Plan ausgeheckt, den Grafen Stollenberg zu stürzen, damit sie über die Menschen herrschen können statt sich zu verstecken und von Schweineblut zu leben.

In diesen Szenen ging es uns (meiner Kollegin und mir) vor allem um choreografische Elemente mit möglichst wenig Dialog und der Beteiligung vieler Schülerinnen und Schüler in einzelnen Szenen. Wir arrangierten die einzelnen Szenen so, dass sich dialogische Szenen mit Bewegungen abwechselten ohne zu viel Umbauzeit zu verwenden. Der Akt dauerte insgesamt 20 Minuten.

Vor allem die Masken der Schülerinnen waren aufwendig zu Schminken und wurden vorher eingeübt, wie die Bilder zeigen. Die Ergebnisse der geschminkten Masken waren dann sehr unterschiedlich. Im Gesamtbild passte es jedoch wieder zusammen.

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Februar 2017: Schwarzlichttheater für den Zirkus der Hiberniaschule

Gemeinsam mit einer Lehrerin der Hibernia-Schule entwickelte ich eine Idee mit Schwarzlicht. Feen trieben mit einem Jüngling ihre Späße, indem sie ihn glauben machten, er könne zaubern. Mit den 10 Kindern übte ich die Geschichte in 7 Stunden ein, wobei sie ohne Text auskam. Allerdings war es für die 11-13-jährigen Mädchen und Jungen schwierig, sich das Spiel ohne Realbedinungen vorstellen zu können – leider mussten wir das SCHWARZLICHT simulieren. Bilder fehlen. Spielzeit 15 Minuten.

Oktober 2016: Die blutige Baronin – ein Kurzfilm

Ein Kurzfilm von 30 Minuten als Projekt des Literaturkurses der Gesamtschule Hattingen. Die 15 Jugendlichen entwickelten eigenständig anhand der Vorgabe „Außen“ eine Geschichte entwickelt, schrieben dazu die Dialoge sowie das Drehbuch und organisierten gemeinsam die Drehtag. Der Film handelte von einer Serientäterin und ihrem Bruder, der bei der Polizei gegen sie ermittelte und sie schützen wollte. Hier könnt ihr einen Auszug aus dem Drehbuch sehen.

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Auszug aus dem Drehbuch

Meine Aufgabe bei diesem Arbeitsschritt war es, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, eine nachvollziehbare Story zu entwickeln, die in sich einheitlich wirkt. Die Dialoge sollten zu den Figuren passenn und die Geschichte oder die Charakterentwicklung voranbringen und dabei die Spannung gleichzeitig erhöhen. Also produzierten die Jugendlichen die Texte und Situationen vor und ich überarbeitete, kürzte die Dialoge und spitzte sie zu.

Die Dialoge durften nicht für sich selbst stehen, sondern die Story sollte genährt werden. In einzelnen Schritten hieß es auch, einen Szenenplan zu erstellen, zu überlegen, welche Szene wann vorkommt und wie alle Beteiligten darin sich wiederfinden würden.

Nachdem alle Szenen in einer Reihe standen und klar war, was die Jugendlichen erzählen wollten, worauf man verzichten muss, weil es sonst zu lang würde, brauchte es einen Drehplan.

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Dafür legten wir Karteikarten an, die in unterschiedlichen Farben darstellen, was für eine Szene vorbereitend nötig ist, damit die Szene gedreht werden kann: welcher Drehort bei welcher Szene geplant ist, welche Figuren zum Einsatz kommen, wer die Kamera und wer die Regie führt und wer die Arbeit am Set unterstützt. 3027

Mit dieser Vorarbeit konnten wir hinter sehr leicht festlegen, an welchen Tagen was gedreht werden musste, da es komplexere und einfachere Szenen gab. 4763.jpg

Bevor wir die Szenen dann letztlich gedreht haben, sprachen wir die Szene nicht nur planerisch durch, sondern spielten die Moves mit Playmobilfiguren durch, positionierten Kamera und Licht in einer ähnlichen Weise, wie dieses Foto aus einer anderen Produktion zeigt.

Die nachfolgende Diaschau zeigt euch Fotos vom zweiten langen Drehtag, den wir lange vorbereitet haben, wie oben gezeigt. Für die Telefonszene von Täterin und Bruder präparierten wir die Wand für die Ermittlung, vor der das Telefonat stattfindet. Wir sehen den Bruder davor und Iras (Serientäterin) Vergangenheit in Bildern. Diese Fotos mussten wir vorbereiten und gestalten, ebenso den Zeitungsbericht. In der Diaschau gibt es eine kleine Auswahl davon.

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Aus einer anderen Szene seht ihr die Vorbereitung für die Obduktionsszene. Ihr bekommt durch einige Bilder einen Eindruck, wie lange das Schminken für eine Szene dauern kann. Auch haben wir die Eingeweide des Leichnams dargestellt, wie ihr im Glas auf den Bildern sehen könnt.

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März 2015: Werkschaustück: Kampf um den Dorfplatz

Zwei miteinander verfeindete Gruppen wollen ihre Zeit auf dem Dorfplatz behaupten und geraten in eine kämpferische Auseinandersetzung. Ein Polizist tritt auf und beendet die Kämpfe, indem er beiden Gruppen eine eigene Zeit auf dem Platz zuteilt. Das Stück im Rahmen der Werkschau-Reihe aller D&G-Kurse zeigte der Jahrgang 6 der Gesamtschule Hattingen. Es dauerte 7 Minuten insgesamt.

Juli 2015: Genkorrektur. Eine zweite Inszenierung

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Der Literaturkus der Gesamtschule Hattingen erarbeitet die Geschichte eines Frauenstaates, in dem 5 junge Frauen Männer klonen, ohne dass sie gesellschaftlich über Kenntnisse oder Erfahrungen von Männern verfügen. Bei diesem Theaterstück handelt es sich um meine Vorlage, die ich vier Jahre zuvor für eine reine Frauengruppe entwickelt hatte.

Die Schülerinnen erfanden Kleidung, Staatsregeln, Kostüme, Sitten und vieles mehr, was diesen Science-Fiction zu einer realen Utopie werden ließ; sie bemalten Banner und erschufen die Kulisse für diesen Staat.

Die Geschichte ist so konzipiert, dass dem Publikum die Rolle des Richters zukommt und darüber entscheidet, was mit diesen geklonten Männern geschehen soll. Die verschiedenen Möglichkeiten sind als Ende bereits vorhanden gewesen und wurden gleichzeitig einstudiert. Zumindest war das der Gedanke.

Zum Inhalt: Die Männer sind aufgrund einer unheilbaren Krankheit vor 50 Jahren ausgestorben. Die letzten fünf Exemplare wurden eingefroren, in der Hoffnung, ein Heilmittel zu finden, um sie wieder erwecken zu können. Die Frauen vermehrten sich durch künstliche Befruchtung untereinander, deswegen ist die klassische Familienstruktur aufgehoben worden, Mädchen wachsen in kleineren Internaten auf. Es hat sich eine neue Kultur entfaltet, in der offenbar kein Platz mehr für Männer ist, nach und nach verschwanden Zeugnisse ihrer Existenz wie Pissuars, Kondome, Rassierer.

 

Als das Klonen möglich ist, setzen die Hetzkampanien gegen die Mäner ein. Aus Propagandazwecken werden nun die Männer zu Monstern stilisiert, da die amtierende Vorsitzende jede Diskussion im Keim ersticken will, dass nochmals Männer erweckt werden könnten. Darunter leidet vor allem die zweite Vorsitzende, denn sie kann sich an eine lesbische Beziehung auch nach 50 Jahren noch nicht gewöhnen. So wie ihr, ergeht es einigen anderen Frauen der Gesellschaft. Aktuell soll das Klonen verboten werden.

Fünf junge Frauen allerdings hecken aus Trotz einen Plan aus – der jedoch sehr unreif ist – und klonen erfolgreich und heimlich fünf Männer aus dem eingefrorenen Material. Das sorgt für große Schwierigkeiten und viel Angst.

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2014 hatte ich ein Jahr Schulpause – ein Sabbatical.

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Juni 2013: Ohne Erwachsene – alles doof?

Bildergebnis für jungestheaterfestival wuppertal 2013

Eine fremde Spezies kommt auf unseren Planten. Sie vermehren sich wie Bakterien durch Zellteilung und sind persé immer zuzweit und fertig entwickelt. Sie verstehen nicht, wieso die Menschen ihre Kinder aufziehen, wozu diese gebraucht werden und entfernen aus einer Stadt zu Studienzwecke alle Erwachsene. Das war der Hintergrund unserer Geschichte. Verfremdet habe ich mit dem „Darstellen und Gestalten“-Kurs des 8. Jahrgangs den Roman „Level 4 – Die Stadt der Kinder“ von Andreas Schlüter, indem durch ein Computerspiel die Erwachsenen verschwinden. Uns erschienen die Aliens als „glaubhafter“ und das Kernthema wurde durch unsere Geschichte auch untersucht bzw. dargestellt: Was passiert, wenn die Erwachsenen plötzlich verschwinden würden?

Wir haben dieses Stück im Rahmen des  Jungen Theaterfestivals in Wuppertal am 10. Juni 2013 aufgeführt, womit dieser Kurs zum ersten Mal auf einer Bühne mit fremden Publikum stand – also nicht bloss den eigenen Schülern der Gesamtschule Hattingen und den Eltern.

Der Ankündigungstext im Flyer lautet:

Plötzlich sind die Erwachsenen verschwunden. Kinder und Jugendliche bleiben allein zurück. Außerirdische sind am Werk, sie wollen ein Experiment durchführen. Einige Jugendliche organisieren sich, versuchen zurechtzukommen. Manche vermissen die Erwachsenen nicht und freuen sich über die neuen Freiheiten: die Straßenkinder.
Die beiden Gruppen geraten in Konflikt und Kontakt, als es um Lebenswichtiges geht. Wie wird dieses Experiment enden?

Durch den zentralen Konflikt von den beiden Gruppen „Straßenkinder“ und „normale Kinder“ vermieden wir die Wertung von „guten“ und „schlechten“ Kindern und konnten so beide Seiten zeigen, nämlich zum einen jene Kinder, die in die Aufgabe, für sich selbst sorgen zu müssen, jahrelang hineingewachsen waren und jenen Kindern, die dies ganz plötzlich erfuhren und einen ganz anderen Blick darauf hatten. Die Straßenkinder fanden den Zustand der fehlenden Erwachsenen sehr positiv, weil sie endlich nicht mehr ohnmächtig waren. Die Elternkinder erlebten eine brutale Wirklichkeit und wünschten sich die Eltern zurück, damit sie sich wie gewohnt sorglos leben konnten. Die Aliens lösten hier  den Konflikt, als es zwischen den Elternkindern und den Straßenkindern zu starken Auseinandersetzungen wegen Wasser- und Stromknappheit kommt. In dem Fall fungierte der Eingriff der Aliens als Deus ex Machina – wodurch die Spielzeit auf 50 Minuten hinauslief.

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Juli 2013: Schiller und Goethe im Dialog. Auszüge aus „Iphigenie auf Tauris“ und „Kabale und Liebe“

Mit den 31 Jugendlichen des Literaturkurses der Gesamtschule Hattingen studierten wir ausgewählte Szenen beider Theaterstücke ein, da beide Stücke für das Abitur obligatorisch waren. Damals bot ich ihnen an, sich für eines der beiden Dramen zu entscheiden. Der Kurs teilte sich mittig, so dass kein Stück den Ausschlag durch Mehrheitsentscheid gewann. Aus dem Grund bot ich an, dass beide Gruppen je einige Szene ihres Stücks einstudierten, eine Auswahl trafen und dass ich für die beiden Stücke eine Verbindung schreiben würde.

Inhaltlich gestalteten wir es so, dass wir ein kollegiales Gespräch zwischen Goethe und Schiller im Theater Weimar simulierten. Die beiden Schriftsteller und Bühnenautoren tauschten sich also darüber aus, was sie gerade erarbeiteten und befragten jeweils den anderen nach seiner Meinung. Alle anderen Rollen waren Schauspieler, über die die Regisseure verfügten, um sich Szenen zu zeigen. So mussten wir nicht alle Szenen zeigen, konnten aber auch verschiedene Entwürfe zu einer bestimmten Szene vorführen.

  • Unter anderem zeigte Goethe Schiller eine Szene aus Iphigenie auf Tauris, die es nicht gibt. Nachdem Schiller Goethe eine eigene Variante dieser Szene vorspielt, beschließt Goethe, diese Szene besser ganz zu streichen – was der Grund dafür ist, dass es sie heute nicht gibt.
  • In Schillers Kabale und Liebe hingegen vertun sich seine Schauspieler und tragen ganz versehntlich eine Variante des Endes von Romeo und Julia vor. Goethe bemerkt dies natürlich sofort und erklärt es für einen genialen Geniestreich. Schiller ist allerdings sehr ungehalten zu seinen Schauspielern und fordert, dass sie seine Version – also das richtige Ende – spielen.

Dieses Schauspiel wurde ein großer Erfolg, obwohl es  schulintern nur einmal gezeigt werden konnte.

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April 2012: Auswertung der Hörspiele zu den Märchen von Beedle dem Barden

Aus J.K. Rowlings Märchen von Beedle dem Barden wählten die Schüler/innen des DG-Kurses der Jahrgangsstufe 7 der Gesamtschule Hattingen sich je eines der Märchen in einer Gruppe aus und setzten es als Hörspiel um. Im April 2012 erfolgte die Auswertung von insgesamt vier Hörspielen.

Schwerpunkt dieser Arbeit war es, das Gehör zu schulen und den Fragen nachzugehen, wie sich der Ort auf die Stimmung der Szene auswirkt, wie man das ganze mit Geräuschen untermalt und wie viel Zeit das Produzieren in Anspruch nimmt.

Juni 2012: Woyzeck – Auszüge

Gesamtschule Hattingen, eine Werkschau zwischen den beiden Literaturkursen: Wir zeigten einige Auszüge aus Woyzeck modernisiert umgesetzt. 30 Minuten.

Mai 2011: Genkorrektur – 1. Mal mit dem 10. DG-Kurs

Gesamtschule Hattingen: Für den DG-Kurs des 10. Jahrgangs schrieb ich das Theaterstück. Mein Kollege Sascha Böddecker verfasste Musik dazu. Es sollte ein multimediales Theaterstück werden. Die Schülerinnen führten schließlich nur die Gerichtsverhandlung auf.

Juni 2010: Schattentheater: Reise durch die Märchen der Gebrüder Grimm

Mit meiner neuen Klasse 5 produzierten wir im Rahmen der Unterrichtseinheit „Märchen“ Schattenfiguren für ein Schattentheater. Das Schauspiel zeigten wir auf dem bunten Abend am Ende des Schuljahres den Eltern und Geschwistern.

November 2009: Schwarzlichttheater: Zauberlehrling meets Erlenkönig

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Balladen“ wollten die Schüler des Gymnasiums Waldstraße ein Theaterstück aufführen. Da ihnen besonders die Balladen Goethes gefiehlen, baute ich eine passende Verknüpfung ein. Das Zauberhafte wollten wir durch Schwarzlicht darstellen. Die Effekte bei dem 100%ig abgedunkelten Raum waren großartig.

Dezember 2008: Kurzfilmfestival

Mit dem Literaturkurs des Gymnasiums Waldstraße entwarfen wir mehrere Kurzfilme zu Minidramen, eigenen kleinen Ideen oder zu Biografien von Künstlern. Dabei legte ich ihnen eine Auswahl vor, sprach mit ihnen über den Plot und Verlauf des Drehs. Anschließend bewarben wir das erste Kurzfilmfestival der Schule und luden die Presse dazu ein.

 

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