Wo-Li-Ba

Jedes Kind braucht einen Namen, nennen wir unser Projekt doch liebevoll Woliba. Das klingt nett, interessant und hat nichts mit den abgegriffenen Namen wie Leben, Arbeiten, Wohnen, Kreativ sein zu tun. Zumindest nicht auf dem ersten Blick. Wo-Li-Ba ist ein Akronym, dahinter verbirgt sich das Langwort: Work-Life-Balance. Die Absicht, die sich hinter dem Begriff vermuten lässt, beschreibt das Ziel unseres Lebenshauses trefflich. Work-Life-Balance ist eines der Lieblingsworte meiner Freundin, daran will sie arbeiten. Ich auch, denn die Arbeit als Lehrer ist eine große Herausforderung an das Stressmanagment.

Wann ist ein Projekt geboren? Doch erst, wenn die Suche nach dem passenden Projekt, die Verträge zu beiderseiten Einverständnis unterschrieben und der offizielle Beginn des Umbaus, Einzugs oder ähnliches gemacht ist. Oder? Dennoch, was der Phantasie in meinem Kopfe an Flügeln gewachsen sind, umspannt ein Universum.

Dank Barbara Sher habe ich die Methode des Ergebnisdenkens kennengelernt, wonach ich mir ein Ziel vorstelle und die Schritte überlege, die dafür notwendig sind, diese zu erreichen. Dabei gibt es nur einen Haken. Wenn mir das Wissen bzw. die Erfahrung für einen dieser Schritte fehlt, dann kann ich mir auch nicht ausreichend vorstellen, was ich tun muss, um diesen Punkt zu überwinden. An dieser Stelle kann ich sagen, dass ich mir schon mal gewünscht habe, etwas mehr wirtschaftliche Grundkenntnisse zu haben. Aus meiner Sicht ist das reine Ergebnisdenken Träumerei, wenn nicht noch Erfahrungsdenken dazukommt.

Grob ist der Weg klar: Wenn wir in drei bis vier Jahren ein Haus in Dortmund beziehen wollen, dann müssen wir 2018 einen Plan dafür haben und 2019 mit der Suche starten. Vom Kauf bis zum Bezug eines Neubaus dauert es ca. ein Jahr. Für ein bereits vorhandenes Gebäude dürfte die Spanne kleiner sein, doch bewohnen in der Regeln bereits Menschen in einem Mehrfamilienwohnhaus und es gibt bereits eine Nutzung der Gewerbefläche. Der Neubau eines Hauses ist allerdings in einer gewachsenen Innenstadt sehr unwahrscheinlich. Hinzukommt, dass wir sicherlich das ein oder andere umbauen müssen, damit es für unsere Ansprüche passend ist. Mir schwebt vor, dass sich das Gebäude den Bewohnern unterwirft, also die Räume und Wohnflächen variabel gestaltet werden können – solange es die Statik erlaubt. Die Bewohner sollen einen EInfluss auf ihren Wohnraum nehmen dürfen. Dafür ist jedoch auch nötig zu wissen, wer dort alles leben wird.

Das wiederum ist keine statische Geschichte, denn Lebensumstände ändern sich; dadurch ist nicht zwangsläufig klar, wer alles dort wohnen wird und wie sich das zukünftig gestaltet. Das Gebäude kann diese Variabilität zeigen? Es sollte sie auf jeden Fall zeigen. Und von außen soll das Gebäude zu einem Kunstwerk erstrahlen. Darf es das? In Berlin hab ich gesehen, dass Häuser an der Fassade geradezu erblühen. Von Außen erkennbar, was sich im Innern abspielt, das wäre passend.

Erst ein Haus, dann ein Block und schließlich ein Viertel der Kultur und Kunst. Meine Ideen reichen für eine viruelle Verbreitung an Lebenskultur in einer ganzen Stadt. Letztlich würde ich mir wünschen, wenn auch meine Kinder sich von diesem Virus infizieren ließen, doch das bleibt ihnen überlassen. Ich möchte auch nicht so leben, wie meine Mutter: in einer Zweierbeziehung ohne Familie in der Nähe. Das hat sie gewählt. Mein Weg ist ein anderer. Diese Freiheit haben meine Kinder schließlich auch. Um Erlaubnis werden sie dazu sicher nicht fragen.

Also auf, der erste Schritt ist getan.

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