Aufbruch zu neuen Welten

Los geht´s. Im Augenblick, also jetzt, lebe ich nicht so, wie ich das will. Wider besseren Wissens. Wie Faust hab ich studiert und mich mit meinen Lebens- und Sinnfragen auseinandergesetzt und was tue ich? Warten. Ich lebe nicht so, wie ich leben will, weil ich ein Gott-Verdammtes-Herdentier bin und mich auch so schlecht vom Strom der Masse lösen kann. Dabei ist gegen den Strom schwimmen – zumindest in Diskussionen – meine zweite Natur. Erst mal gucken, ob es auch anders geht. Aber geguckt hab ich ja jetzt schon lang genug! Und doch sitze ich hier in meiner Maisonettewohnung im vierten Stock mit Wohnraum für drei Kinder – wenn alle da sind und bin häufig allein hier; im Haus kenne ich niemanden. Das stört mich nicht wirklich, so lange ich nicht einsam bin.

MEIN Traum ist allerdings anders: Zusammen in einem Wohnhaus oder in einer großen Wohngemeinschaft, in der ich autark mit meiner Küche und meinen Lebensraum wohne und in Kooperation mit allen Hausbewohnern langsam vor mir hinaltere mit gemeinsamen Projekten, verbalen Austausch, gegenseitiger Unterstützung und gemeinsamen Essen (kochen für eine Person ist echt albern). Und natürlich in GUTEN wie in SCHLECHTEN Zeiten. Das Ehekonzept mit und ohne Kinder fand ich schon immer desorganisiert, denn mit nur einem Partner an der Seite kann man ganz schön aufgeschmissen sein. Viele Frauen klagen mit der Zeit, dass ihnen neben dem Holden langweilig wird, weil der Austausch auf den Nullpunkt gesunken ist. Die Männer fragen sich, warum die Frauen nicht auch mal einfach nur zufrieden sein können. Ich kann beide  Seiten verstehen, ist ja auch mal nett, so stumpf neben jemandem zu sitzen und sich den Witz des Tages aus der Zeitung vorlesen zu lassen, statt zu überlegen, wie es mir geht, was ich geträumt habe und wie ich das verstehe? Ich hätte gern beides. Abwechselnd. Ich mag es, mich mit meiner Freundin in Dialoge zu verstricken, deren Muster von weitem vielleicht Sinn macht – also mit der Zeit. Ich mag es genauso mit meiner Männerskatrunde gedankenlos Skat zu spielen und höchstens zu erwähnen, was so in letzter Zeit passiert ist. Wir sind dabei alle zufrieden. Alleinerziehend und allein mit den Kindern lebend finde ich jetzt nicht tragisch, denn endlich mischt sich keiner mehr ein und ich muss nicht didaktisch wertvoll die Zeit mit meinen Kindern verbringen (außer vor mir selbst natürlich). Doch in vier Jahren ist das vorbei. Die Kücken fallen aus dem Nest und dann bin ich singlelös in einer überdimensionierten Wohnung – die ich übrigens liebe! Vielleicht bin ich dann auch nicht Single, aber ich will gar nicht mit einem Mann allein in einer Wohnung wohnen. ALSO: es wird Zeit.

Und damit starte ich jetzt meinen Blog, denn ich suche Menschen, die ähnliche Träume haben und die sich vielleicht inspirieren lassen wollen oder die sogar mitmachen wollen.

Jetzt also geht es los.

Neulich saß (ich liebe übrigens dieses Zeichen: „ß“) ich mit meiner Freundin in Bochum im Café Zeitlos (ein passenderer Name wäre kaum denkbar) und erklärte ihr, dass ich nicht mehr länger warten wolle, dass ich nun nach der Gruppe Menschen suchen will, mit denen ich in einem Haus gemeinsam kreative künstlerische und alternative Projekte verwirklichen kann, mit denen ich mich austauschen, zusammen leben, zusammen kochen will und mit denen ich mich und mein Alt-Werden organisieren will, so dass ich nicht auf „Essen auf Rädern“ und „Pflegedienste im Alter“ setzen muss. Sie sagte, dass ihr das sehr gut passe, denn auch sie überlegt sich, wie sie ihr Geld investiert und wie sie sich aufstellt. Das war einer dieser Momente, die so schön geprickelt haben – in meinem Kopf und Herzen. Ich war ganz aufgeregt. Nach kurzem hin und her haben wir erwogen, dass DORTMUND die Stadt unserer wahl ist. Natürlich muss es in der City sein. Der erste grobe Plan ist skizziert:

Ein erstes Wohnhaus mit vier bis sechs Wohnparteien (was ja auch veränderbar ist) und einer Etage Gewerbefläche im Erdgeschoss mit dem Ziel der gemeinschaftlichen kreativ-künstlerischen Nutzung.

Der zweite Schritt ist es, sich dazu näher Gedanken zu machen, Mitbewohner zu finden, die wie wir die Gewerbefläche nutzen wollen.

Dieser Blog erfüllt also mehrere Zwecke. Hier beginnen die Aufzeichnungen zu diesem Projekt.

Start: August 2017

 

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3 Gedanken zu “Aufbruch zu neuen Welten

    • Scarlett schreibt:

      Hallo Wollesprichtzudir,

      zwar planen wir eine Nachhaltigkeit und grundsätzlich ökologisches Wirtschaften, allerdings wird es nicht vermutlich nicht den Schwerpunkt haben, wie es das Wwoofen nahelegt. Hast du in einer Wwoof-Gemeinschaft gelebt?
      Vielleicht wäre die KOmmune Kauffungen für dich das richtige, da sie auch einen Bauernhof anhängig haben.

      Austausch ist auch unser Gedanke. 🙂
      Scarlett

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    • Scarlett schreibt:

      Das hab ich mir bei dir angesehen und denke, dass das sicher spannend ist, doch an manchen Stellen bin sogar ich konservativ, will sagen, ich brauche die Sicherheit, dass dieses Lebenskonzept bis zum hohen Lebensalter sich trägt. Ob es so ist – ein Risiko gibt es ja immer.
      LG, Scarlett

      Gefällt 1 Person

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